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NATHALIE'S VIP PORTRAIT *

Baroness Nadine de Rothschild
Savoir Vivre Expert
- Interview in German only -


Nathalie held this interview in German. If you would like to read this article in another language, please use the FREE  web translator . The partial or full reproduction, storage or other use by any print or electronic means, of any text, photopgraph or layout etc, is prohibited or needs the prior written consent of Nathalie. 


Nadine de Rothschild ist eine schillernde Persönlichkeit. Aus einfachen Verhältnissen stammend, heiratete sie blutjung Baron Edmond de Rothschild und stieg in den Olymp der High Society auf. Nach seinem Tod erbte sie sein gesamtes Vermögen inklusive Immobilien, Schlösser und Weingüter. Nadine de Rothschild wird auch gerne als "Königin des Savoir Vivre" bezeichnet. Sie schrieb zahlreiche Etiquette-Bücher und mehrere Romane. Ich sprach mit der Baronin über ihr aufregendes Leben im Kreise der schwerreichen Rothschild-Dynastie, über Ehe und Erziehung, über guten Ton und guten Geschmack, Drogen und Absturz in Adelskreisen, Karriere und elektronische Medien. Macht Geld glücklich? Und was bedeutet für sie Luxus, Liebe und Glück?

"Ich bin dankbar. Jeden Morgen bete ich zu Gott und bedanke mich, dass ich von so vielen schönen Dingen profitieren kann, die er mir durch meinen Mann geschenkt hat. Ich habe wirklich Glück gehabt in in meinem Leben.”  (Nadine de Rothschild)
 
DYNASTIE ROTHSCHILD
Die “Goldenen Gründerjahre haben die Welt geprägt. Im Gedächtnis der Nachwelt hat sich die “Belle Époque” als schillerndes Kaleidoskop glanzvoller Bilder und als eines jener verlorenen Paradiese erhalten, die Europa vor dem Ersten Weltkrieg kannte. Es war die Zeit, in der unvorstellbare Reichtümer angesammelt wurden und die grossen Vermögen entstanden. Die Familien Vanderbilt, Rockefeller, Krupp von Bohlen und Halbach, Astor, Guggenheim, Rothschild und viele anderen gelangten zu Macht und Einfluss, weil sie eines gemeinsam hatten: Führungskraft, Weitblick und vor allem Mut zum Risiko. Die einen investierten in Immobilien, Diamantenminen, Erdöl und in die Stahlindustrie; die anderen bauten Handelsimperien und Eisenbahnen, spekulierten an der Börse oder gründeten Banken. Zu den Letzteren gehörten die Rothschilds, deren glanzvoller, luxuriöser Lebensstil alles bisher Dagewesene in den Schatten stellte. Hofiert von den Herrscherhäusern Europas wurden sie schnell zu den Stützen der internationalen Gesellschaft. Durch die Familienbanken in London, Paris, Wien, Frankfurt und Neapel und mit Hilfe von Brieftauben finanzierten sie Könige und Armeen (u.a. Kriegsherr Wellington, der über Napoleon bei Waterloo siegte), retteten Regierungen, beteiligten sich am Bau des Suezkanal und anderen Projekten, die ihnen interessant genug erschienen. Mitunter manipulierten sie die Finanzmärkte und sorgten für turbulente Zeiten an der Wall Street. 

Die Familie, heute in der achten Generation, hat alles erreicht, was sich der ehrgeizige Gründervater Meyer Amschel (1743 – 1812) einst im jüdischen Frankfurter Ghetto erträumt hatte: politischen und wirtschaftlichen Einfluss, Status und Respekt und vor allem Reichtum. Zum Vergleich: Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das gemeinsame Nettovermögen der Rothschilds auf mehr als 20 Milliarden Dollar geschätzt. Ein halbes Jahrhundert später brauchte John D. Rockefeller mehrere Jahrzehnte, um auf ein Zehntel der Summe zu kommen. Mit ihrem unermesslichen Reichtum kauften sich die Familienmitglieder prächtige Schlösser, wertvolle Möbel, Kunstsammlungen und erstklassige Renn-Pferde, die bis heute eine führende Rolle bei den grossen Rennen von Ascot, Longchamp und Deauville spielen. Die meisten Vollblüter stammen aus dem Gestüt von Guy de Rothschild, dem weit über 90jährigen Grandseigneur aus dem französischen Zweig. Wenn er ruft, treffen sich die oberen Zehntausend in seiner Loge am Renn-Parcours: der Aga Khan, die Herzogin von Kent, aber auch Schauspieler wie Alain Delon oder Isabella Rosselini.

Lord Jacob Rothschild, das englische Oberhaupt und natürlich ein enger Freund der Royals, hat ein anderes Steckenpferd: Antiquitäten und Kunst. Experten taxieren den Wert seines Anwesens, das im Stil eines französischen Loire-Chateau erbauten Schloss Watson, auf ca. 300 Millionen Euro – inklusive Interieur. "Alle Rothschilds mögen verzierte und glamouröse Sachen. Für meinen Geschmack sind die Dinge etwas zu sehr dekoriert, ich mag es lieber etwas reduzierter...", verriet mir vor kurzem Christophe Gollut, der Lieblingsdekorateur der britischen Upper Class. Der aus der französischen Schweiz stammende Interior-Designer richtete u.a. das “House of Lords” ein, die Stadt-Häuser und Land-Paläste der Familien Etro, Neven du Mont und Flick. Auch die Rothschilds konsultierten Christophe Gollut - sowohl der englische als auch der französische Zweig. Immerhin besitzen die Familienmitglieder 44 Schlösser und Villen in Europa, 7 davon in England.


NADINE DE ROHSCHILD
Als der hochangesehene Baron Edmond de Rothschild im Jahre 1960 die blutjunge Nadine kennenlernte, war er der reichste Rothschild, der jemals lebte. Er stammte aus der französischen Linie, besass eine eigene Bank in Paris (La Compagnie Financiere Edmond de Rothschild), die - im Gegensatz zur “grossen” Rothschildbank - nicht unter Francois Mitterand verstaatlicht wurde. Anders als seine Cousins Elie, Alain und Guy, die ein Paris und New York ein ausschweifendes Jet-Set-Leben führten, lebte der pressescheue Bankier zurückgezogen in seinem prachtvollen Hauptsitz Chateau de Prégny am Genfer See. Von dort aus kümmerte er sich auch um seine Schweizer “Banque Privée”, um das Management seiner Immobilien, sein Relais et Chateaux-Hotel 'Le Mont d'Arbois' im traumhaften Ski-Resort Mégève und die Weingüter im Bordeaux. Nach seinem Tod im November 1997 hinterlies er seiner Witwe ein Vermögen von umgerechnet ca. 1 Milliarde Euro.

Nadine ihrerseits hatte ihm als Teenager ausser ihrer Liebe schlichtweg nichts zu bieten. Eine Liaison mit einem Rothschild – skandalös. Eine offizielle Beziehung – undenkbar. Mutter Hausfrau, Vater Polizist. Doch nicht genug, dass sie aus einfachen Verhältnissen stammte; Nadine war keine Jüdin. Und diese Voraussetzung war im Hause Rothschild ein ungeschriebenes Gesetz.

Doch die junge Pariserin war schon vor ihrer Ehe eine bemerkenswerte Frau, die es voller Beschwingtheit, Schlagfertigkeit und Humor verstanden hat, den Ernst des Lebens zu überspielen. 
Bevor sie zum Film ging und u.a. neben Brigitte Bardot in dem Streifen “En Effeuillant la marguerite” spielte, arbeitete sie in ihrer Heimatstadt Paris am Fliessband, um sich über Wasser zu halten. Aber wie im Märchen, in dem der Prinz sein Aschenputtel findet und Liebe alle Widerstände überwindet, verwirklichte sich auch im richtigen Leben ein Traum für Nadine. 1963 heiratete sie ihre grosse Liebe und war fortan Madame la Baronne Edmond de Rothschild. Sie konvertierte zum Judentum, passte sich an, repräsentierte, begleitete ihren Mann auf Geschäftsreisen und wurde eine – so schien es zumindest - ergebene Ehefrau, die sich ihrem autoritären Gemahl zu hundert Prozent unterordnete, um ihr Glück nicht zu gefährden...

Nathalie
Sie haben vor Ihrer Ehe Karriere als Model, Tänzerin  und Schauspielerin gemacht. Hat Ihr Mann, der offenbar eine sehr traditionelle Vorstellung von der Ehe hatte, Sie dazu überredet, nach der Heirat mit Ihrem Beruf aufzuhören?

Nadine de Rothschild
Nein, aber das war auch gar nicht nötig! Ich selbst habe mich dazu entschieden, denn man kann nicht jeden Tag zum Filmset gehen, gleichzeitig Hausfrau und Mutter spielen und noch dazu um die ganze Welt reisen. Mein Mann hatte sehr viele Bedürfnisse und ich war einfach da, wenn er mich brauchte. Ich war sein Partner. Man kann nicht immer alles auf einmal machen. Erst als mein Sohn grösser war, begann ich wieder kreativ zu werden und begann mit dem Schreiben. Ich bin jetzt seit fast 40 Jahren eine Baronin Rothschild – und das mit Erfolg!

Nathalie
Vermissen Sie hin und wieder Ihren früheren Beruf und wie gehen Sie damit um?

Nadine de Rothschild
Nein, ich vermisse ihn nicht eine Minute.Ich hatte während meiner Ehe so viele repräsentative Pflichten und dann musste ich auch so viele öffentliche Reden halten. Das war und ist bis heute meine Bühne!  

Als “arme reiche” Schlossherrin, deren Freiheit auf dem Altar der familiären Interessen geopfert wurde, sieht sie sich nicht. Offenbar wusste Nadine genau, worauf sie sich einliess. Wusste, dass für die Rothschilds “Emanzipation” gar kein Thema war.

Nathalie
War Ihre Ehe glücklich? 
(Nadine de Rothschild zögert unmerklich.. Ich spüre, dass sie sich öffnet und noch mehr von ihrem  Leben preisgibt, als vielleicht ursprünglich geplant…)

Nadine de Rothschild
Wissen Sie, Nathalie – ich hatte Glück und fand meinen Lebenspartner in meinem ersten Mann. Doch jedes Märchen hat auch seine dunklen Seiten. Das gilt auch für die Liebe. Mit allen Männern ist es schwierig – besonders mit reichen! Das macht die Dinge nicht einfacher…Um die Rothschilds zu verstehen, muss man zur Familie gehören. Natürlich war ich glücklich an der Seite eines grossartigen Mannes … - aber manchmal musste ich an die Geschichte mit den drei kleinen Affen denken: Der eine hält die Hand vors Gesicht, der andere hält sie vor den Mund und der dritte vor die Ohren. (Nadine lacht) “Nichts sehen, nichts hören und nichts sagen” – das war zeitweise mein Motto! Ich war eben sehr diplomatisch und hab' meinen Mann einfach leben lassen … - vielleicht war gerade das das Geheimnis unserer guten Ehe.

Nathalie
Ihre persönliche Definition von Liebe?

Nadine de Rothschild
Grosszügigkeit in allen Bereichen. Sowohl im menschlichen, wie im materiellen Sinne. Mein Mann war sein Leben lang sehr grosszügig. Aber ich ihm gegenüber genauso!

Nathalie
Was darf ein Mann niemals von Ihnen verlangen?

Nadine de Rothschild
Meine Freiheit!

Nathalie
Würden Sie rückblickend in Ihrem Leben etwas ändern, wenn Sie die Möglichkeit dazu hätten?

Nadine de Rothschild
Nichts. Absolut nichts. Ich würde mein Leben wieder genauso leben wollen, wie ich es jetzt tue.

Nathalie
Schön, wenn man das sagen kann…was genau macht denn Ihr Leben so lebenswert?

Nadine de Rothschild
Da gibt's tausend Dinge um mich herum und deshalb bin ich so dankbar. Jeden Morgen bete ich zu Gott und bedanke mich, dass ich von so vielen schönen Dingen profitieren kann, die er mir durch meinen Mann geschenkt hat. Ich habe wirklich Glück gehabt in in meinem Leben – unabhängig von vielen Problemen, die auch vor mir nicht Halt gemacht haben. Auch grosse Probleme, mit denen man nur schwer umgehen kann. Eins ist sicher: Geld allein löst längst nicht alles.

Nathalie
Aber es ist hilfreich…

Nadine de Rothschild
Ja, aber auch das nur in manchen Bereichen…

Nathalie
Wie helfen Sie sich selbst in solchen Momenten der Depression und Traurigkeit?

Nadine de Rothschild
Ich spreche nie über meine Probleme. Mit niemandem. Das ist mein oberstes Gebot. Probleme muss ich alleine lösen! Das war schon immer so. Ich schütte sicherlich nicht meine Probleme über den Köpfen anderer Menschen aus, das ist sehr unhöflich und passt nicht zu meinem Lebensstil.

Nathalie
Also würden Sie niemals einen Psychater aufsuchen…

Nadine de Rothschild
Um Gottes willen nein! Eher besucht er mich, um seine Probleme zu lösen!

Nathalie
Aber gerade die echten Freunde sollten einem doch in schwierigen Zeiten zur Seite stehen…

Nadine de Rothschild
Gerade Menschen, die mir nahestehen, möchte ich nicht mit meinem “Seelen-Müll” belasten.

Nathalie
Haben Sie denn überhaupt richtige Freunde, die Sie lieben und nehmen wie Sie sind – egal ob Sie nun reich sind oder arm?

Nadine de Rothschild

Ich habe seit jeher wunderbare Freunde. Wissen Sie, ich bin sehr sensibel und merke schnell, wenn jemand “unecht” ist oder irgend etwas von mir will. Aber ich musste mich mit diesem Problem sowieso nie auseinandersetzen. Zum Glück!

Nathalie
Wie würden Sie sich selbst beschreiben?


Nadine de Rothschild
Bewusst lebend, realistisch. Mit beiden Beinen fest auf der Erde. Ich bin dennoch sensibel und sehr feminin. Ich arbeite professionel, aber behaupte nicht von mir, Talent zu haben. Und ich gehe den Leuten nicht auf die Nerven.  Leben und leben lassen – das galt für mich schon immer. Auch in Bezug auf meinen Mann…

Nathalie
Wer ist der wichtigste Mensch in Ihrem Leben?

Nadine de Rothschild
Seit mein Mann gestorben ist, mein Sohn natürlich. Aber jetzt ist er aus dem Haus und hat seine eigene Familie. Mit ganz entzückenden drei kleinen Mädchen…! Ich liebe die Kleinen sehr.

Nathalie
Welche Person des öffentlichen Lebens schätzen Sie am meisten?


Nadine de Rothschild
Auf jeden Fall nicht die französischen Politiker. Und ich bewundere Hillary Clinton – sie ist eine ganz aussergewöhnliche Frau! Ihr ausserordentlich diplomatisches Geschick, ihr starkes und mutiges Auftreten in ihrer damaligen persönlichen Situation – das konnte nur eine “First Lady”.

Nathalie
Welche Person ist aus Ihrer Sicht völlig undiskutabel? Bitte sagen Sie jetzt nicht “Bin Laden”…

Nadine de Rothschild

Personen, die ich nicht bewundere oder respektiere, sind mir völlig egal. Die interessieren mich einfach nicht!


FAMILIE
Die Rothschilds, die sich stets mit ihrer patriarchalischen Vergangenheit verbunden fühlten, stehen an der Weltspitze aller Dynastien. Nicht umsonst heisst das Familienmotto “Concordia, Industria, Integritas” (“Zusammenhalt, Fleiss, Redlichkeit”). Bis zum heutigen Tage haben sie sich ihren Familiensinn, ihre Arbeitsmoral und vor allem ihre Diskretion bewahrt. Kaum eine Tragödie oder ein familiärer Skandal, der an die Öffentlichkeit dringt. Kaum ein Archiv oder eine Internet-Page, die Aufschluss über Internas gibt.

Nathalie
Die Rothschilds waren die ersten Juden, die vom österreichischen Kaiser geadelt wurden. Und der Familienname wird meist im gleichen Atemzug mit den grossen amerikanischen Industrie-Magnaten wie die Rockefellers, Astors und Vanderbildts genannt. Macht sie das stolz?

Nadine de Rothschild
Ja, sehr sogar. Es ist eine grossartige Familie. Nicht wegen des Geldes. Der ganze Rothschild-Clan ist sehr herzlich. Eine herausragende Eigenschaft ist vor allem, dass die Familienmitglieder sehr realitätsnah sind und sich vor allem nicht in die Angelegenheiten anderer einmischen. Sie richten auch nie über andere - das gilt ebenfalls für den engsten Familienkreis.

Nathalie
Welche Eigenschaften bewundern Sie denn am meisten?

Nadine de Rothschild
Oh, da gibt es viele. Die Rothschilds waren nie geizig, sondern gerade wegen ihres Reichtums zeigten sie sich sehr generös und haben unzählige wohltätige Stiftungen gegründet. Sie haben Millionen in den Bau von Krankenhäusern, Schulen und Universitäten investiert und sich auch auf dem Gebiet der Wissenschaft und Kunst intensiv engagiert. Ein Grossteil des Familien- Vermögens spendete die Familie - und vor allem mein Mann Edmond - dem Staat Israel, so wie es bereits sein legendärer Grossvater Edmond gemacht hat.  Viele Gebäude (u.a. das Parlament) sind von der Familie errichtet worden. Was ich ausserdem bewundere: Die Rothschilds sind in jeder Beziehung  der überlieferten Tradition treu geblieben: Respekt und moralische Eleganz heist das Familien-Gebot!

Nathalie
Was sind – oder waren - Ihrer Meinung nach die grössten Errungenschaften der Rothschilds?


Nadine de Rothschild
Was sie seit jeher am besten können und womit sie auch am erfolgreichsten sind: Bankwesen und Weinbau.

Nathalie
Wie ist Ihre persönliche Beziehung zu den anderen Familienmitgliedern? 

Nadine de Rothschild
Sehr gut.

Nathalie
Sammeln Sie Kunst ?

Nadine de Rothschild
Mein Mann und ich haben soviel gesammelt, dass ich gar nicht mehr genau weiss, was alles dabei war. Aber es waren immer Antiquitäten. Moderne Kunst oder Pop Art ist nicht mein Ding…


Wein    
Nicht nur die Kunstsammlungen der Rothschilds sind legendär, sondern auch deren Bordeaux-Weine, die seit 150 Jahren zur Weltspitze gehören. “Chateau Mouton Rothschild” wird von Phillipine de Rothschild gemanaged, “Chateau Lafite” ist im Besitz des englischen Lord Jacob.
Ein Prestige, den sich auch Baron Edmond gönnen wollte – doch wenn schon, dann mit etwas Eigenem. 1973 kaufte er zwei völlig verwahloste Weingüter und bepflanzte sie neu. Der Erfolg blieb nicht aus. “Chateau Clarke” in Listrac und “Chateau Malmaison” im angrenzenden Moulis-Gebiet gehören heute zu den Spitzenweingütern des Bordeaux. Beide Weine weisen einen hohen Merlotanteil auf (55 % Merlot, 45% Cabernet Sauvignon) und sind deshalb relativ früh genussreif. 

Nathalie
Ihr Mann hat Ihnen zu Lebzeiten das Weingut “Chateau Malmaison” geschenkt, nun haben Sie und Ihr Sohn auch das weltberühmten “Chateau Clarke” geerbt. Haben Sie das Weingeschäft schon immer gemocht oder mussten sie es erst lernen, sozusagen “learning by doing”?

Nadine de Rothschild
Ich trinke nicht viel, aber als typische Französin habe ich schon immer Qualitäts-Weine gemocht. Man lernt durch Beobachten und den Umgang mit diesem Produkt. Übrigens werden heute viele Wein-Châteaux von Frauen geführt, weil deren meist älteren Ehemänner längst gestorben sind. Natürlich mache ich den Wein nicht selbst – dafür habe ich Spezialisten. Aber ich beschäftige mich intensiv mit unseren Produkten, beaufsichtige Weinproben, Seminare, das Marketing und die PR. 

Nathalie
Welcher Ihrer Weine schmeckt Ihnen persönlich am besten und warum?

Nadine de Rothschild
Alle beide: “Château Clarke” ist ein maskuliner, schwerer Wein aus Listrac. Er passt gut zu allen Fleisch- und Wildgerichten. Mein Rotwein “Château Malmaison” ist leichter, femininer – mit einem Hauch von Karamel. Beide passen gut zu allen Speisen.


MEGEVE
Im Jahre 1916 hatte Baronin Maurice de Rothschild eine Vision: in dem kleinen bezaubernden Ort Mégève in den franzöischen Alpen wollte sie ein Äquivalent zum mondänen Schweizer Skiort St. Moritz schaffen und baute Lifte, Strassen und das “Palace Grand Hotel” mit Blick auf den Mont Blanc. Sohn Edmont verkaufte es nach ihrem Tode und fand ein romantisches Chalet, das gross genug war, um Freunde und Gäste zu beherbergen. Seine Frau Nadine dekorierte es nach ihrem Geschmack und schuf auch hier den “style Rothschild”. Das Chalet gehört zu den Relais & Châteaux-Hotels und ist mit das Beste, was Mégève zu bieten hat. Zur “Domaine du Mont d'Arbois” gehört neben dem Chalet auch eine “Taverne”, eine “Auberge” sowie ein traumhafter Golfplatz mit “Club House”, das ebenfalls ein Restaurant beherbergt.
 
Nathalie
Hatte Ihre Schwiegermutter Erfolg damit, ihre Vision von einem “französischen St. Moritz”    umzusetzen?


Nadine de Rothschild
Es war nicht nur ein Erfolg, sondern ein Triumph! Aus St. Moritz ist eine Stadt mit Bettenburgen geworden, Megève dagegen ist ein romantisches Dorf geblieben - mit  alten Bauernhöfen, Obstbäumen, einer herrlichen Landschaft, mit Kühen, Pferden und einfach allem, was eine gewachsene Ortschaft ausmacht. Es wurde nicht für Touristen gebaut. Die Einheimischen haben haben jahraus, jahrein ihren Alltag und sie sind es, die die “ausländischen Gäste” im Winter mit Pferdeschlitten und Glühwein willkommen heissen…

Nathalie
Wenn Sie in Megève sind, empfangen Sie oft die Hotel-Gäste persönlich. Auch das elegante, aber doch sehr gemütliche Interieur des “Chalet du Mont d'Arbois” trägt Ihr Handschrift. Haben Sie die Einrichtung in Megève gekauft? 

Nadine de Rothschild
Nein, alle Möbel
stammen ausschliesslich aus den Speichern der Rothschild- Residenzen. Die Dachböden mussten ja irgendwann geleert werden und wir haben die Möbel dann aus den Häusern hierher transportiert. Ich musste also nichts in Mêgève kaufen, obwohl es hier sehr hübsche Einrichtungsgeschäfte gibt.

Nathalie
Was macht Ihrer Meinung nach den Ort Megève heute so einzigartig?

Nadine de Rothschild
Zunächst einmal, dass er nur 45 Minuten von der Metropole Genf entfernt ist. Viele elegante Schweizer haben ihre Chalets hier und bringen Freunde mit. Einzigartig ist aber vor allem, das hier nicht mehr gebaut werden kann und Megève deshalb immer noch ein so echter, ursprünglicher und charmanter Ort geblieben ist - ein “vrai village”! Alle Gebäude hier sind im Chalet-Stil erbaut, aber es ist überhaupt kein “Kuhdorf” sondern ein Ort mit Banken, Schulen, Schwimmbädern und Fitnesscentern. Vor allem aber mit wunderbaren Gourmet-Restaurants, exklusiven Geschäften, berühmten Juwelieren und Modemarken. Megève ist mondän und familiär zugleich. Und es hat tolle Events rund ums Jahr. Und natürlich mein Hotel “Le Chalet du Mont d'Arbois”… 


KOENIGIN DER ETIQUETTE UND DES "SAVOIR VIVRE”    
Als Nadine de Rothschild noch Schauspielerin war, fiel ihr eines Tages ein Buch über “Savoir Vivre” in die Hände. Es wurde Ihre ganz persönliche “Bibel der Lebenskunst”. Niemals hätte sie sich erträumt, einmal selbst als perfekte Gastgeberin im Mittelpunkt glanzvoller Feste zu stehen.

Sie empfängt auf Schloss Prégny bei Genf, auf ihren Weinschlössern im Bordaux, in ihrem Chalet in Mégève, in ihrem Stadtpalais in Paris und Jerusalem oder – und dort am allerliebsten – in ihrem kleinen Fischerhäuschen in der Bretagne, direkt am Meer. Dort entstand 1984 auch ihr erstes Werk “La Baronne rentre à cinq heures” ( Die Baronin kommt erst um fünf Uhr nach Hause) – eine Art Biografie über ihr märchenhaftes Leben “vom Aschenputtel zur Prinzessin”.

Ein naheliegender und vielleicht nicht aussergewöhnlich Inhalt, doch immerhin: das Buch wurde ein Bestseller; 450.000 Exemplare gingen in Frankreich innerhalb kürzester Zeit über den Ladentisch. Ein Erfolg, der ermutigte. Freimütig bekennt sie sich zu ihrer romantischen Ader. Sie schrieb ihr zweites Buch “Heureuse et pas fâchée de l'être” (Glücklich, und überhaupt nicht böse darüber), gefolgt von “Parlez-moi d'amour” (Sprechen wir über die Liebe) und “Le Bonheur de séduire, l'art de réussir” (Kunst der Verführung und des Erfolges), das 2003 auf den Markt kam.

Nathalie
Sie sind auch an der Seite Ihres Mannes immer Ihren eigenen Weg gegangen – wenn auch für Aussenstehende nicht vordergründig sichtbar. Und Sie waren bisher mit allem, was Sie angepackt haben, erfolgreich. Haben Sie Neider?

Nadine de Rothschild
Ich hoffe…

Nathalie
Im Gegensatz zu Ihrer früheren Karriere haben Sie vor einigen Jahren einen ganz anderen Weg eingeschlagen und wurden angesehene Autorin von Etiquette-Büchern und diversen Werken über Lebenskunst und die Liebe. Gab es eine Art “Aha-Effekt”, der Sie dazu inspiriert hat?

Nadine de Rothschild
Die Familie Rothschild wa
r mein Auslöser. Sie ist bestes Beispiel dafür, was gute Erziehung  und perfektes Benehmen angeht. Ich fand dieses Thema wichtig genug, um darüber zu schreiben. Gute Manieren und Respekt gegenüber den Mitmenschen sind in der heutigen Zeit so gut wie verloren gegangen. Deshalb schrieb ich mein Buch “La bonne education”, das auf Französisch erschienen ist. Möglicherweise wird es demnächst auch in andere Sprachen übersetzt.

Nathalie
In Ihrem Umfeld gelten Sie als Person, die immer mit der Zeit geht. So geben Sie zum Beispiel in einem Ihrer Bücher auch Etiquette-Tipps für homosexuelle Männer und Frauen. Wie kamen Sie denn auf diese Idee? Akzeptiert diese Zielgruppe denn die Ratschläge einer doch in erster Linie traditionell denkenden Adeligen – besonders wenn es um das Liebesleben geht? Das erscheint mir doch ein wenig weit hergeholt…

Nadine de Rothschild
In erster Linie bin ich ein Mensch, dann erst Baronin. Und als Mensch habe ich Freunde in der ganzen Welt, darunter auch viele Homosexuelle. In meinem Buch halte ich keineswegs ein Plädoyer für gleichgeschlechtliche Liebe, aber ich setze mich dafür ein, dass ein homosexuelles Paar, was in einer langen und intensiven Beziehung miteinander lebt, die gleichen Rechte bekommt wie wir alle. Gerade wenn ein Partner stirbt oder man sich nach vielen Jahren “scheidet”, dann steht einer von beiden allein und verlassen da, ohne irgendeine gesetzliche Regelung. Das finde ich katastrophal.
Das Wort “Etiquette”, in Zusammenhang mit Homosexualität, bedeutet für mich: Elegante Haltung bewahren und auch diesen Mitmenschen gegenüber Respekt für ihre Lebensführung entgegenbringen, die Gott wohl so wollte.

Nathalie
Sie sind Französin und kommen aus Paris, der Hauptstadt der Eleganz. Wie erklären Sie sich, dass sich gerade in Frankreich, aber auch in Italien so viele Couturiers zur Homosexualität bekennen. Ich kannte zum Beispiel Guy Laroche sehr gut. Oder denken wir nur an Valentino, Armani, Dolce & Gabbana …


Nadine de Rothschild
Insbesondere Modedesigner lieben alles, was feminin ist. Täglich haben sie damit zu tun. Doch heute sind die Frauen ja ganz anders als früher. Eher maskulin, emanzipiert, abweisend. Und sie kleiden sich schrecklich. Doch daran haben die Couturiers auch selbst schuld, denn die Mode, die sie präsentieren, ist einfach “impossible”. Das Meiste ist zum grossen Teil untragbar. Leider ist die elegante Ära eines Christian Dior, eines Balenciaga oder Guy Laroche vorbei.

Nathalie
Stichwort Eleganz: was sollte eine Frau unbedingt beachten?

Nadine de Rothschild
Oberstes Gebot: Sauberkeit, gewaschene Haare  und ein gepflegtes Auftreten.In der Kleidung schlicht, nicht extravagant. Wahre Eleganz ist nicht vordergründig und hält sich an kein Mode-Diktat. Wichtig ist es, kein “Fashion-Victim” zu werden, sondern seinen eigenen Stil zu finden. Etwas, dass wunderbar zu einem passt. Ich zum Beispiel liebe den klassischen Stil und habe zwei Kleider-Modelle: eins für den Tag und eins für den Abend. Ich weiss: das passt zu mir, damit fühle ich mich wohl, das bin “ich”.

Nathalie
Wie sollte sich eine Person verhalten, um Ihr Interesse zu wecken?

Nadine de Rothschild
Einfach sein. Einfachheit ist die schönste Form der Eleganz.

Nathalie
Der berühmte britische Member Club “Anabel's” – das Feinste was London zu bieten hat – hat die Kleiderordnung gelockert, um sich den “modernen Zeiten” anzupassen. Ab sofort kann “Mann” auch ohne Krawatte auftauchen. Ich bin Mitglied dort und finde es schade, dass ausgerechnet hier eine jahrhundertealte Tradition dem Trend zum Opfer fällt. Wie sehen Sie das?

Nadine de Rothschild
Ja, das ist sehr schade und ich glaube, es ist ein grosser Fehler. Natürlich bin ich allem Modernen aufgeschlossen und gehe oft mehr als andere mit der Zeit. Ich habe absolut nichts dagegen, wenn man sich zum Frühstück oder tagsüber auch mal légèrer anzieht. Aber abends, wenn man in ein so elegantes Etablissement geht, da kleidet man sich korrekt – und dazu gehört für mich nun mal die Krawatte für den Herrn. Mir geht es dabei eher um das Prinzip. Ich beobachte schon seit langem, dass sich in unserer Gesellschaft eine gewisse Faulheit breit macht. Man lässt sich einfach gehen! Ganz gleich ob in den eigenen vier Wänden oder in der Öffentlichkeit. Wer sich scheiden lässt, lässt sich im Fmiliären gehen; wer keine Sprachen lernen will oder auf gewisse gesellschaftliche Regeln pfeift, gibt seiner sozialen und kulturellen Entwicklung keine Chance. Alles wird vernachlässigt, auch die “Kunst des richtigen Ankleidens”. Heute laufen junge Frauen von morgens bis abends in Jeans und Pullovern herum und wundern sich, wenn der Ehemann muffig wird. Ein solcher Auftritt ist meiner Meinung nach ein Mangel an Liebe und Respekt gegenüber dem Partner. 

Nathalie
Sind Benimm-Regeln heutzutage denn überhaupt noch aktuell?

Nadine de Rothschild
Wichtiger denn je – und das gilt für die Menschen in der ganzen Welt! Nicht umsonst spriessen überall Benimm-Seminare und Knigge-Kurse für Erwachsene aus dem Boden. Und warum? Weil das, was man früher eine “gute Kinderstube” nannte, für die meisten Leute kein Thema mehr ist. Schuld daran sind gestresste Lehrer und berufstätige Eltern, die ihren Pflichten in dieser Hinsicht nicht mehr ausreichend nachkommen und die Kinder einfach machen lassen, was sie wollen. Aus meiner Sicht ein grosser Fehler! Es gibt so viele Kulturen, Religionen und unterschiedliche Bräuche auf dieser Welt – wie sollen denn unsere Kinder eines Tages wissen, wie sie sich verhalten sollen, wenn es ihnen niemand sagt… 

Nathalie
Dafür gibt es ja sogenannte “Finishing-Schools” und das weltweit beste Internat ist gar nicht weit von hier – nämlich die “Villa Pierrefeu” in Glion bei Montreux. Was halten Sie persönlich von solchen “Schulen des Lebens”, wo man Fächer wie Business-Etiquette, Protokoll, Savoir Vivre, Kochen und Sprachen lernt - ist das überhaupt noch zeitgemäss?

Nadine de Rothschild
Aber klar! Alles im Leben ist wichtig, wenn man es nur lernen will! Eine erstklassige Erziehung, die Kenntnis mehrerer Sprachen und der Umgang mit fremden Kulturen ist das A und O eines jungen Menschen, der – so wie die Rothschilds - etwas im Leben erreichen will. Eine perfekte Ausbildung – ganz gleich, wo und wie man sie bekommt - ist vergleichbar mit einem internationalen Reise-Pass, der einem in der ganzen Welt die Türen öffnet. Wer meint, es nicht nötig zu haben, soll's bleiben lassen. Wenn ich schon Aussagen höre wie “Man soll mich nehmen, wie ich bin…”! Na klar doch, dann nehmen wir diese Person eben “wie sie ist” – aber sie wird nie Teil der Gesellschaft, wenn sie nicht weiss, wie sie sich richtig zu verhalten hat. Gute Erziehung ist eine gesellschaftliche Pflicht und ich mache Eltern und Lehrer verantwortlich, wenn sie diese Pflicht nicht ernst nehmen.

Nathalie
Wie war denn Ihre Erziehungs-Methode? Ihr Sohn Benjamin wurde in Reichtum und Luxus hineingeboren, war in einem hochherrschaftlichen Anwesen von Kindermädchen und Privatlehrern umgeben. Er war ein Einzelkind und die Chance, dass sein Selbstbewusstsein von einem übermächtigen Vater zerstört würde, war gross. Nicht gerade die besten Voraussetzungen für die Persönlichkeitsentwicklung…Was haben Sie Ihrem Kind mitgegeben?

Nadine de Rothschild
Das ist schwierig zu sagen, weil man Erziehung immer als globale Angelegenheit betrachten sollte. Natürlich war mir wichtig, dass er wie alle anderen Kinder sorgenfrei und normal aufwächst. Wobei “normal” auch eine Interpretationssache ist. Ein Kind, was in einem Schloss wie unserem aufwächst, hat immer andere Ziele und Perspektiven im Leben – dafür hat vor allem mein Mann gesorgt. Was Sie vorher sagten stimmt schon - für  Benjamin war Edmond kein einfacher Vater, weiss Gott. Seine Ansprüche waren enorm - er hat alles von dem Kleinen verlangt und das24 Stunden am Tag. Es ging ja um die Erziehung eines männlichen Rothschilds, der eines Tages die Zukunft unseres Stammes sichern sollte! Aber mein Sohn hatte das grosse Glück, dass es ihm immer gut ging und ich war als Mutter immer für ihn da. Meine Einstellung zur Etiquette kennen Sie ja jetzt. Die “gute Erziehung” hat wohl gefruchtet, denn Benjamin leitet heute alle Geschäfte, die ihm sein Vater hinterlassen hat. Gewissenhaft und mit grossem Erfolg.


SOHN BENJAMIN DE ROTHSCHILD
Kein leichtes Erbe für den Absolventen der Pepperdine University in Los Angeles, der plötzlich und selbstverständlich in die Fusstapfen des Vaters zu treten hatte, als dieser 71-jährig in Genf starb. Seit jeher werden vor allem die männlichen Nachkommen mit Argus-Augen beobachtet – davon zeugt allein der Stammbaum der Familie. Weder Ehefrauen noch Töchter sind darin aufgeführt. Die “Benjamin & Edmond de Rothschild Group” sowie die “Companie Vinicole Edmond de Rothschild” bündelt heute alle Aktivitäten unter der Leitung von Benjamin de Rothschild. Welcher Druck auf den Schultern des knapp 40-Jährigen lastet, um das Ererbte mit Erfolg zu managen und auch für die nächste Generation zu erhalten, das können Aussenstehende nur erahnen.
 
“Probleme sind da, um sie zu überwinden”, sagte Guy de Rothschild vor nicht allzulanger Zeit. Vielleicht dachte er dabei an die menschlichen Kriesen und tragischen Todesfälle in der eigenen Familie. Raphael Rothschild starb an einer Überdosis Heroin, Amschel Rothschild – der Halbbruder von Lord Jacob - erhängte sich in einem Badezimmer in Paris.  

Nathalie
Ihr Sohn Benjamin hat offenbar wirklich Glück gehabt! Doch es hätte auch schief gehen können. Wie erklären sie sich, dass so viele Kinder aus reichen Familien Drogen nehmen, von Alkohol abhängig werden oder sich sogar das Leben nehmen - so wie erst kürzlich auch die schöne Tochter des Starfrisörs Vidal Saasson, die Schah-Tochter oder der Erbe von Giovanni Agnelli? Fehlende Liebe oder falsche Erziehung?

Nadine de Rothschild
Weder noch. In der ganzen Welt nehmen Kinder Drogen, rutschen in ein schlechtes Milieu ab oder wählen den Freitod. Gerade Menschen, die in Armut und sozialen Misständen leben, trifft es am meisten und dort gibt es auch die meisten Tragödien. Ob arm oder reich, man findet wohl in beiden sozialen Schichten die gleiche Anzahl an unglücklichen Kindern, die mit ihrem Leben nicht zurecht kommen und “flüchten”. Der einzige Unterschied ist, dass die Yellow Press immer dann ein solches Schicksal zum Skandal aufbauscht, wenn es die Kinder eines Prominenten oder eines Millonärs trifft. Liebe und eine entsprechende Erziehung können helfen, das ist klar!. 

Nathalie
John D. Rockefeller äusserte sich seinerzeit mit dem legendären Satz: “Die Annahme, reiche Menschen seien immer glücklich, ist falsch”. Macht Geld unglücklich?


Nadine de Rothschild
 Nein.

Nathalie
In Ihrem Werk “L'amour est affaires de Femmes” schreiben Sie über die legendären Liebesbeziehungen grosser Frauen. Welche dieser Frauen hat Sie am meisten beeindruckt und welches Schicksal hat Sie am meisten berührt?

Nadine de Rothschild
Während meiner Ehe hatte ich das grosse Glück, die Traumfrauen dieser Welt persönlich kennezulernen: Jacky Kennedy, die Callas, Lauren Bacall, Ava Gardner, Marilyn Monroe, Romy Schneider, die Herzogin von Windsor, Prinzessin Diana… Jede von ihnen hatte ein Schicksal, das berührt. Ihnen habe ich mein Buch gewidmet. Wenn ich an meine eigene künstlerische Karriere als Schauspielerin denke, so ist mein Schicksal am ehesten mit Line Renaud vergleichbar. Mein gemeinsamer Weg mit Edmond erinnert mich oft an das Leben von Jacky Kennedy; nach dem Tod meines Mannes ist meine Situation in mancher Hinsicht der Contesse de Paris ähnlich.   

Nathalie
Sie haben es auf Französisch geschrieben. Gibt es dieses Buch auch in englischer oder deutscher Sprache?

Nadine de Rothschild
Leider noch nicht, dazu ist es zu frisch auf dem Markt.

Nathalie
Was halten Sie von dem neuen Trend, Liebesbriefe per SMS oder per E-Mail zu verschicken?

Nadine de Rothschild
Die jungen Leute von heute haben sicherlich Spass daran, aber ich persönlich mag das nicht. Es ist so unpersönlich. Eine elektronische Übermittlung ist niemals vergleichbar mit dem Parfum eines von Hand geschriebenen Briefes. Ich empfinde eine grosse Freude, die Liebesbriefe meines Mannes immer wieder zu lesen. Hätte er mir Faxe geschrieben, hätte ich sie wahrscheinlich nicht aufgehoben.

Nathalie
Wissen Sie, wie man mit den elektronischen Medien umgeht?

Nadine de Rothschild
Ich benutze das Internet nicht, aber E-Mail schon.

Nathalie
Für eine Frau wie Sie, die -oberflächlich betrachtet-, alles hat…was für ein Geschenk könnte Sie glücklich machen?

Nadine de Rothschild
Die Arme meiner süssen Enkel-Kinder zu spüren, wenn sie mich besuchen!

Nathalie
Welche Erfahrung war für Sie eine echte “Lektion des Lebens”?

Nadine de Rothschild
Alle meine Erfahrungen waren letztendlich positiv – auch wenn sie anfangs negativ schienen. Wissen Sie, ich bin ein 100%iger Optimist. Was ich gelernt habe: Nichts ist definitiv. Das Leben ändert sich ständig. Mich interessiert weder die Vergangeheit, noch die Gegenwart. Ich bin ein Zukunftsmensch der sich immer sagt: “Morgen wird ein noch schönerer Tag als heute!” 

Nathalie
Ihre persönliche Definition von “Savoir vivre”?

Nadine de Rothschild

Das ist schwierig; “Lebensart” kann man nicht in einem Satz beschreiben…

Nathalie
“Lebenskunst” und “Luxus” – worin liegt für Sie der Unterschied?

Nadine de Rothschild
Beides hat nichts miteinander zu tun, rein gar nichts. Luxus erreicht man in aller Regel durch Geld, also materiellen Reichtum. Lebensart ist die Fähigkeit, inneren Reichtum zu besitzen und diesen entsprechend auszudrücken – durch Herzenswärme, Verantwortung in seinem Handeln.

Genau das ist wohl das Erfolgsgeheimnis der Rothschilds, resümiere ich, als ich Nadine de Rothschild verlasse. Vielleicht ist es diese Mischung aus traditionellen Werten, die gerade in unserer schnelllebigen Zeit überhaupt noch Bestand hat und wohl auch eine weiterhin erfolgreiche Zukunft des Clans sichert – unabhängig von allen persönlichen Tragödien. “Denken Sie immer daran…”, sagt mir die Baronin noch zum Abschied- "… ganz gleich wieviel Geld Sie haben… Probleme hat jeder, ob arm oder reich. Wichtig ist: Man muss sein Glück immer selbst in die Hand nehmen, und sein Schicksal nicht anderen überlassen!”

Nadine, die ehemalige mittellose Tänzerin und Schauspielerin, muss es ja wissen. Sie ist eben eine “echte Rothschild”.


NADINE'S PERSOENLICHES LIFESTYLE BREVIER

Lieblings-Städte:
Genf (“weil Hauptsitz”), Paris (“weil ich Französin bin”), New York (“weil es kulturell interessant ist”), Tel Aviv (“weil ich mich mit der Stadt verbunden fühle”). 
Lieblings-Hotels:
“Ritz” Paris, “Carlyle” New York, “ Hotel l'Angleterre” Genf, “Berkley Hotel” & “Connaught” London.
Lieblings-Designer:
Pierre Cardin, Paris (27, avenue Marigny)
Lieblings-Juwelier:
Paris: “Jar's” (7 Place Vendôme, Tel:++33-42963366. Sehr exklusiv). 
Mailand: “Sabbadini” (V.M.TE Napoleone 6, Tel:++39-2 76008228)
Lieblings-Parfum:
Benutzt Männerparfum “l'Héritage” von  Guerlain.
Schönheitspflege:
Ausschliesslich Produkte aus der Apotheke.
Tisch-Deko & Accessoires:
Ausschliesslich Familiensilber und –Porzellan.
Bester Blumenladen in Europa:
“Lachaume”, Paris (10 rue Royale, Tel: ++33-1-42 60 57 26)
Interior-Design:
Liebt Antiquitäten (Louis XV) und moderne Kunst aus Afrika.
Für was gibt sie Geld aus?
Antiquitäten, Kunst, Porzellan und Fayencen.
Traum-Reise:
Ihr Fischerhaus in der Bretagne, dirkt am Meer.
Events:
Geht ausschliesslich auf Charity-Bälle.


INTERESSANTE LINKS
www.lcf-rothschild.com
(Banken & Beteiligungen / Banks & Investments)
www.vinicole-ederothschild.com
(Weingüter / Wine)
www.laffont.fr
(Bücher, Edition Robert Laffont / Books)
www.chalet-montarbois.com
(Hotel-Ressort Megève / Ski-Resort Megève)
www.megeve.com
(Verkehrsamt Mégève / Tourist-Office)



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Rothschild@Nathalies-Lifestyle.com

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* This VIP-Portrait "Nadine de Rothschild" has been produced by Nathalie Gütermann in 2004 for Nathalies-Lifestyle.com. The reproduction or other use of any text, photographs, etc. needs the prior written permission of the Chief Publisher.


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